
Tiere sind die Leidenschaft unzähliger Menschen. Besonders Kinder und Jugendliche wollen ihr eigenes Haustier haben. Es spricht nichts dagegen, solange sich ein Stellplatz für den Käfig findet? Eigentlich nicht, wenn einige Kleinigkeiten bedacht werden. Das gilt sicherlich nicht nur für Blockhäuser, sondern ganz allgemein. Wir wollen immerhin nicht, dass unsere Haustiere Schäden in der Immobilie anrichten. Und das kann passieren. Ein Beispiel ist der Wasserschaden, der durch das geplatzte Aquarium entsteht.
Neben den gängigen Kleintieren gibt es noch die Exoten wie Vogelspinnen, Schlangen, Reptilien oder auch ungewöhnliche Ziervögel, Igel und Gottesanbeterinnen. Hier geht es vordergründig um die gängigen Haustiere. Klassische Haustiere sind:
- Hunde und Katzen
- Meerschweinchen und Kaninchen
- Hamster und Mongolische Rennmäuse
- Farbmäuse und Farbratten
- Zierfische, Garnelen und Krebse
- Ziervögel wie Wellensittiche oder Kanarienvögel
All diese Tiere können Spuren in der Wohnung hinterlassen. Sie können kratzen, nagen, urinieren oder auch mit dem Futter herumsauen. Größere Bauschäden sind nur mit großem Pech zu erwarten. Solange die lieben Mitbewohner keine geheimen Pinkelstellen anlegen, werden sich Gerüche mit gründlichem Lüften und Ausmisten verflüchtigen. Nur, dass auch die hübschesten Haustiere nicht immer stubenrein sind. Wenn die Böden oder Wände größere Mengen Feuchtigkeit wie ein Schwamm aufsaugen, sollte vielleicht auf Aquarien verzichtet werden. Ein besonderer Blick sollte auch auf neu angeschaffte Hunde und Katzen fallen.
Die Tierarten im Einzelnen betrachtet
Hunde und Katzen
Hunde haben stumpfere Krallen als Katzen, können sich aber durchaus beim Spielen und Toben in gepolsterte Möbelstücke verbeißen. Bei Katzen ist es hingegen normal, dass einige Möbelstücke ihre Kratzspuren tragen. Der Katzenkratzbaum und andere Kratzhilfen mindern das Problem deutlich.
Wichtiger ist es, mit dem Hund oft genug vor die Tür zu gehen und der Katze ein oder zwei große Katzenklos zu gönnen. Diese Katzenklos sind selbstverständlich reine zu machen. Außerdem soll das Katzenstreu den Tigern behagen.
Die Bausubstanz wird durch Hund oder Katze aber kaum Schaden nehmen. Nasse Hunde neigen jedoch zu einem Eigengeruch. Und wer seine Wohnung ungenügend lüftet, wird sich eventuell einen Hundegeruch in der Wohnung zulegen.
Hunde und Katzen haben den Vorteil, dass sie keinen eigenen Stall benötigen. Einige bequeme Liegeflächen genügen den Vierbeinern, wobei Futterstellen, Kratzbaum und Katzenklos auch Stellfläche rauben.

Meerschweinchen und Kaninchen
Zu den Klassikern zählen Meerschweinchen, die zu den Nagern zählen. Kaninchen zählten einst auch zu Nagetieren, werden aber als Hasenartige abgetrennt. Im solide verbauten Holzhaus werden sie jedoch kaum erwähnenswerte Schäden anrichten. Beide Tierarten nagen keine Löcher in die Wände und begnügen sich mit ihrem Futter und Ästen zum Nagen.


Während das Mindestmaß für ein paar Meerschweinchen bei 2 m² liegt, soll der Raum für Kaninchen bereits deutlich größer sein. Zwei oder drei Zwergkaninchen sollen möglichst 10 m² Bewegungsraum haben. Das muss nicht durchgehend geboten werden. Die Tiere sollen aber mehrere Stunden täglich viel Platz vorfinden.
Leidenschaftliche Kaninchenhalter trennen einen Raum oder richten sogar einen ganzen Raum zum Kaninchenzimmer ein. Dabei wird auf die Einstreu verzichtet. Kaninchen lassen sich an Kaninchenklos gewöhnen. Nur dass kaum einer so viel Platz für ein paar Kaninchen übrig hat.
Hamster und Mongolische Rennmäuse

Beide Tierarten haben eines gemein: Sie wühlen in der Erde und graben hier ihre Tunnel und Kammern. Für die artgerechte Haltung ist es deswegen wichtig, dass es eine Tiefstreuwanne gibt. Die Hobelspäne werden mit etwas Heu oder Stroh gemischt und in die Tiefstreuwanne gestampft. Das Mehrkammerhaus für Hamster wird auf die Einstreu gestellt, von hier beginnt der Tunnelbau. Auch Mongolische Rennmäuse mögen es, wenn es Verstecke gibt.
Der Käfig beider Tierarten soll also als untere Ebene die Tiefstreu mit einer Stärke von 25 cm haben. Darüber kann es mehrere Ebenen geben, auch, um schwere Einrichtungsgegenstände hineinzustellen. Damit die Tiere genug Bewegung haben, soll selbst ein Stall mit mehreren Ebenen eine Grundfläche von rund 120 cm zu 60 cm ausfüllen.
Beide Tierarten sollen ebenfalls Bewegung haben und werden durchaus in einen größeren Laufstall gesetzt. Es geht dabei auch um den besseren Kontakt zu den Kleinnagern. Es kommt also vor, dass ein Hamster oder eine Rennmaus davonläuft. Die wohl größte Gefahr besteht in angenagten Kabeln oder Nagespuren an Möbeln, Türrahmen und anderen Einrichtungsgegenständen.
Auch hier wäre es abwegig, dass die Bausubstanz Schaden nimmt. Hamster sind nachtaktive Einzelgänger, die sich also nicht vermehren werden. Und Mongolische Rennmäuse werden bei sachgemäßer Haltung nicht in gemischten Gruppen gehalten. Wenn diese wirklich fliehen, wäre die größte Sorge, dass sie innerhalb von Tagen an Wasser- und Nahrungsmangel sterben. Eine Lebendfalle wäre vermutlich die beste Möglichkeit, um sie zu retten.
Farbmäuse und Farbratten
Beide Haustiere wurden aus den Wildformen domestiziert. Es handelt sich also um zahme Hausmäuse beziehungsweise Hausratten. Solange die Kleinnager in ihren Käfigen sitzen oder nur zum Beobachten oder Spielen herausgenommen werden, ist alles sehr sicher. Ein Problem wäre lediglich, wenn Exemplare entlaufen und auf wilde Artgenossen treffen.
Wenn bereits Mäuse oder Ratten im Haus leben, machen ein paar mehr auch keinen Unterschied. Das bedeutet, dass Schäden durch Schadnager am Gebäude ohnehin in einem nahezu identischen Ausmaß entstehen würden.
Auch Farbmäuse oder Farbratten werden nicht in gemischten Gruppen gehalten. Alternativ werden wenigstens die Männchen kastriert. Gibt es keine wilden Mäuse oder Ratten und es laufen nur die eigenen Farbmäuse und Farbratten davon, kann ein größerer Schaden ausgeschlossen werden. Das gilt sicherlich nicht für die Elektrogeräte, die Möbel oder andere Einrichtungsgegenstände.
Es spricht also nichts dagegen, sich für diese Kleinnager zu entscheiden.
Zierfische, Garnelen und Krebse


Zu den hypnotisierenden und damit beruhigenden Haustieren zählen die Aquarienbewohner. Nur, dass Aquarien undicht werden, platzen oder einem der Wasserwechsel in die Hose geht. Je größer das Aquarium, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein Wasserschaden entsteht. Gerade dann, wenn Böden oder Wände aus saugenden Materialien bestehen, die sich beim Vollsaugen verformen, wäre also große Vorsicht geboten. Aber auch ansonsten sind Wasserflecken im Teppich unschön und ein ausbeulender Bodenbelag müsste sogar gewechselt werden.
Diese Gefahr des Wasserschadens betrifft sicherlich nicht allein Holzhäuser.
Ziervögel – Wellensittiche und Kanarienvögel
Viele Leser werden wie bei den Kaninchen verwundert sein, wie viel Platz selbst kleine Ziervögel wie Wellensittiche und Kanarienvögel benötigen. Sie können zwar den Großteil des Tages in ihrem kleinen Käfig bleiben. So klein darf dieser jedoch nicht sein: 120 cm Länge, 60 cm Breite und 100 cm Höhe wären für ein Pärchen bereits am unteren Rand.
Wer keine Voliere aufstellt, soll seine Ziervögel täglich im Raum fliegen lassen. Für die Bausubstanz geht auch hier keine Gefahr aus. Für die Einrichtung jedoch schon. Kabel, Möbel, Kleidung, die Vorhänge oder sonst etwas wird angenagt. Außerdem sind einige Gefahrenquellen wie heiße Leuchtmittel, geöffnete Fenster oder Stromkabel zu entschärfen. Es ist also nicht ganz so einfach, sein Zimmer für den Freiflug umzugestalten. Ohne diesen täglichen Freiflug wäre die Haltung der Ziervögel jedoch nicht artgerecht.
Exotische Haustiere – die Termiten
Richtig gelesen, es gibt Menschen, die Termiten als Haustiere halten. Selbst wenn die Hölzer im Holzhaus solide und teilweise behandelt sind, wäre hier äußerste Vorsicht angebracht. An dieser Stelle ist es wichtig, Termiten zu verstehen. Diese haben ihre Königin, die fleißig Eier legt. Ein paar entlaufene Termiten werden damit kaum einen nennenswerten Schaden anrichten, solange die Königin nicht abhaut.
Nur dass Termiten sich vermehren und deswegen neue Königinnen und auch Drohnen ausbrüten. Genau an dieser Stelle machen sich die flugfähigen Jungköniginnen auf den Weg und suchen nach ihrem Revier.
Termiten sind ein Sonderfall! Wer unbedingt Termiten im Holzhaus halten möchte, sollte vielleicht vorsorglich ein Beratungsgespräch bei seinem Kammerjäger einfordern. Termiten sind tückisch und höhlen solides Holz von innen aus, ohne dass es der Laie bemerken würde.
Welches Haustier ist denn nun das richtige?
Bei der Auswahl des richtigen Haustiers stellt sich zuerst einmal die Frage nach den eigenen Möglichkeiten. Dem Tier soll es immerhin gut gehen. Abgesehen von den Hamstern heißt das für Kaninchen und Kleinnager auch, dass sie mindestens zu zweit oder besser zu dritt oder viert leben sollen. Das gilt auch für Ziervögel und die meisten Aquarienbewohner, dass Einzelhaltung nicht artgerecht ist.
Gerade die Platzfrage und der nötige tägliche Pflegeaufwand sind Kriterien, die genau zu beachten sind. Will ich so viel Platz abtreten und kann ich mich jeden Tag intensiv mit den Tieren befassen? Beispielsweise, um diese aus dem Käfig zu lassen, damit sie genug Bewegung haben.
Hamster sind ab der Dämmerung aktiv und interessant zu beobachten. Sie eignen sich damit ab dem Jugendalter. Für Kinder wären Meerschweinchen interessanter, die jedoch deutlich mehr Platz für den Käfig benötigen. Dann wären Farbmäuse die bessere Wahl. Hier genügt eine Größe von 80 × 50 × 40 cm für eine Gruppe von zwei bis vier Tieren.
Auch Aquarien gibt es bereits in kleinen Dimensionen. Es gibt sogar Aquarienschränke mit Auffangwanne, um ein undichtes Aquarium zu entschärfen.
Der vermutlich ausschlaggebende Faktor ist die persönliche Vorliebe für Tierarten. Viele würden niemals Farbmäuse halten, andere möchten unbedingt den trällernden Wellensittich und die nächsten können ohne einen Hund nicht mehr leben. Nur Termiten sollten es im Holzhaus nicht werden.
Fazit: Kleintiere bereichern den Haushalt – mit der richtigen Vorbereitung
Kleintiere können das Leben in einer Wohnung oder einem Haus enorm bereichern. Sie bringen Leben in den Alltag und fördern bei Kindern Verantwortungsbewusstsein.
Entscheidend ist jedoch eine artgerechte Haltung, ausreichend Platz und eine sorgfältige Planung der Umgebung. Werden diese Punkte berücksichtigt, bleiben Schäden an Wohnung und Einrichtung meist gering.
Wer sich vor der Anschaffung gründlich informiert und das passende Tier auswählt, kann viele Jahre Freude an seinen tierischen Mitbewohnern haben.
Verantwortlich für diesen Artikel ist der Autor Robert Brungert.
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